Dritter Platz für Debütant Raelert
Gleich bei seinem ersten Ironman-Triathlon auf Hawaii ist Andreas Raelert auf einen Podiumsplatz gekommen. Der Rostocker wurde Dritter. Sowohl bei den Männern wie auch den Frauen gelangen Titelverteidigungen.
"Ich wollte meine Krone verteidigen. Es war ein harter Kampf, denn es war heute unglaublich heiß", sagte der Australier Craig Alexander nach seinem Triumph in 8:20:21 Stunden. Bei Temperaturen von 32 Grad und kaum Wind spielte er über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf seine Erfahrungen aus. Zehn Kilometer vor dem Ziel zog der Vorjahres-Champion am bis dahin führenden Chris Lieto aus den USA vorbei und klatsche sich bereits auf den letzten 1.000 Metern freudestrahlend mit den Zuschauern ab.
Im Ziel wurde der 36-Jährige von seiner Frau und seiner Tochter umarmt, während aus den Lautsprechern passend der Klassiker "Down Under" der australischen Band Men at work dröhnte.
Auch Bracht und Al-Sultan in den Top ten
Hinter Alexaner kam Lieto in 8:22:56 Stunden als Zweiter ins Ziel. Kurze Zeit später jubelte Andreas Raelert über Rang drei (8:24:32Stunden). Der Rostocker gehörte neben Alexander zu den besten Läufern des Feldes, lief lange Zeit mit dem Sieger und konnte sich letztlich über den größten Erfolg seiner Karriere freuen.
"Es klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber für mich ist ein Traum wahr geworden. Das ist einer der schönsten Tage in meiner Karriere", sagte Raelert nach seinem Husarenstück. Erst im Vorjahr war der für Buschhütten startende 33-Jährige von der olympischen Distanz auf die Langstrecke gewechselt. Beim Ironman Europe in Frankfurt hatte der zweimalige Olympiateilnehmer als Vierter noch knapp das Podium verpasst, doch ausgerechnet beim härtesten Dreikampf der Welt startete der gebürtige Rostocker so richtig durch. "Ich habe aus meinen Fehlern in Frankfurt gelernt. Diesmal habe ich mir noch Kraft für den abschließenden Marathon aufgehoben", sagte Raelert: "Bislang war Platz sechs bei Olympia 2004 in Athen mein größter Erfolg. Ich mag die beiden Strecken nicht vergleichen, das ist etwas völlig anderes. Aber ich habe meinen Wechsel zum Ironman nicht bereut."
Mit dem Eberbacher Timo Bracht (8:28:52 Stunden) auf Rang sechs und dem 2005 Hawaii-Sieger Faris Al-Sultan aus München als Zehntem (8:31:44 Stunden) schafften zwei weitere Deutsche den Sprung unter die Top ten. Al-Sultan hatte zur Hälfte der Radstrecke sogar noch in Führung gelegen.
Bei den Frauen gelang Chrissie Wellington der Hattrick. Die Britin gewann zum dritten Mal nacheinander und verbesserte in 8:54:02 Stunden die 17 Jahre alte Bestzeit von Paula Newby-Fraser aus Simbabwe um 86 Sekunden. "Ich hätte nie gedacht, dass ich Paulas Rekord brechen könnte. Sie ist eine Legende und ich fühle mich fast ein wenig schuldig jetzt. Ich musste alles aus mir rausholen, um diese Zeit zu erreichen", meinte Wellington unter Tränen.
Mit großem Rückstand wurde Mirinda Carfrae aus Australien Zweite (9:13:59 Stunden). Auf Rang drei kam Virginia Berasategui aus Spanien (9:15:28Stunden). Sandra Wallenhorst aus Hannover kam als beste Deutsche auf Platz neun (9:38:28 Stunden). sportschau.de
